Magnesium

Bei Ciprofloxacin Nebenwirkungen spielt Magnesium eine besondere Rolle.

Im Laufe der letzten Monate hatte ich viel Gelegenheit, den Verlauf der Symptome und die Wechselwirkung mit anderen Zuständen zu beobachten.

So nahm ich z.B. aufgrund stärker werdender Muskelzuckungen Magnesium in höherer Dosis (750 mg pro Tag) ein. Ich beobachtete, dass die Symptome der Ciprofloxacin Nebenwirkungen dadurch schwächer wurden.

Im Gegenzug beobachtete ich nach dem Genuss von Alkohol (der 1. Januar 2013 war kein guter Tag für mich) aber auch nach stärkerer sportlicher Aktivität eine Verschlechterung meiner Situation.

Insgesamt ergab einer Internet-Recherche mehrere Zusammenhänge zwischen Ciprofloxacin bzw. dem Wirkstoff Fluorchinolon und Magnesium. Die Symptome eines Magnesium-Mangels sind sehr ähnlich der Ciprofloxacin Nebenwirkung. Magnesium-Mangel betrifft wohl meist den intrazellulären Magnesiumstand und ist im Blut (Serum) nicht direkt nachzuweisen. Magnesium-Mangel bzw. die Folgen daraus sind auch medizinisch umstritten.

Das könnte erklären, warum der Wirkungsmechanismus zwischen Ciprofloxacin (Flourchinolon), den Schädigungen des zentralen Nervensystems (vor allem der GABA-Rezeptoren) und dem Magnesium nicht wirklich geklärt sind.

Meine Schlussfolgerung daraus:

Magnesium-Mangel ist eine bereits weit verbreitete – jedoch meist symptomlose – Zivilisationskrankheit. Die Gabe von Ciprofloxacin hat negative Auswirkungen auf den intrazellulären Magnesiumhaushalt. Dies stößt als Kettenreaktion die daraus folgenden Symptome an.

Ciprofloxacin scheint von Magnesium verdrängt zu werden – laut Beipackzettel soll man wohl auf die Einnahme von Magnesium verzichten, während Ciprofloxacin eingenommen wird. An der Charité hat man im Tierversuch heraus gefunden, dass Magnesium die Ciprofloxacin Nebenwirkungen (Chinolone bzw. Flourchinolone sind der eigentliche Wirkstoff von Ciprofloxacin) im Bereich der Sehnen lindern kann:

http://kliphatox.charite.de/forschung/ag_stahlmann/chinolon_induzierte_schaeden_von_bindegewebsstrukturen_arthropathien_tendopathien/

Dies erklärt auch, warum die Heilung so lange dauert. Je nach Informationsquelle dauert das Auffüllen der intrazellulären Magnesiumdepots zwischen 6-12 Monaten. Eine ungesunde Lebensweise, Stress, Leistungssport oder Alkohol können negativ wirken und die Zeit verlängern. Ein vorher existierender Magnesium-Mangel sorgt für stärkere Beschwerden und verlängert ebenfalls die Regeneration.

Für einen raschen Aufbau des benötigten intrazellulären Magnesiums werden höhere Magnesium-Dosierungen benötigt, als auf den üblichen Packungsbeilagen empfehlen werden. Ich habe viel recherchiert um sicher zu gehen, dass Tagesdosen von 800 – 1.200 mg Magnesium als einzige Nebenwirkung zu leichtem Durchfall führen. Zu viel Magnesium wird vom Köper über die Nieren wieder ausgeschieden.

Folgende Websites gibt es dazu hier:

http://j-lorber.de/gesund/magnesium/magnesiummangelfolgen.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Magnesiummangel
http://kliphatox.charite.de/forschung/ag_stahlmann/chinolon_induzierte_schaeden_von_bindegewebsstrukturen_arthropathien_tendopathien/

oder auch in englisch:

http://www.naturalnews.com/032714_magnesium_cipro.html

(Der letzte Link ist wie gesagt besonders spannend, hier wurde bewiesen dass Magnesiummangel und die Gabe von Fluorchinolonen die gleichen Schäden an Sehnen und Knorpeln hervorrufen und dass die Gabe von Magnesium die Schäden verringern kann)

Transdermales Magnesium im Selbstversuch

Eine Verabreichung von Magnesium auf der Haut scheint wirkungsvoller zu sein. Dazu wird Magnesium-Hexachlorid (ein Pulver, gibt es in Onlineshops als Kilo-Ware) mit Wasser vermischt und über Fußbäder, Vollbäder oder Lotion auf die Haut gebracht. Die Einnahme ist bekömmlicher (kein Durchfall) und es werden im Vergleich zur oralen Gabe größere Mengen Magnesium aufgenommen.

Ich habe diese Therapie nun ca. vier Wochen ausprobiert. Meine Beobachtung:

Bei zu hoher Einnahme von Magnesium über die Haut verschlechtern sich die Symptome. Zunächst klingt das paradox. Ich habe jedoch parallel Magnesium auch als Infusion bei meinem Hausarzt bekommen und den selben Effekt beobachtet.

Meine Schlussfolgerung: Magnesium scheint das im Körper (Bindegewebe?) eingelagerte Ciprofloxacin (oder aus den Flourchinolonen entstandene Chelate) zu lösen. Besonders bei der transdermalen Gabe ist der Effekt eventuell einfach zu stark. Das Flourchinolon gelangt eventuell durch die Therapie aus dem Bindegewebe wieder zurück in den Blutkreislauf und wirkt dann primär im zentralen Nervensystem.

Ich hatte an zwei Tagen nach hoher Einnahme extrem starke Nebenwirkungen in Form von Schwächegefühl, Zittern, Herzrasen und Angstzuständen. An beiden Tagen hatte ich besonders hohe Dosen Magnesium transdermal eingenommen.

Anschließend habe ich ca. vier Wochen die Dosis reduziert und es ging mir wieder deutlich besser. Eine erneute Anwendung einer höheren Dosis von transdermalem Magnesium führte erneut zu den bekannten Symptomen der Ciprofloxacin Nebenwirkungen. Meine Annahme scheint bestätigt zu sein.

Im achten Monat der Ciprofloxacin Nebenwirkungen bat ich meinen behandelnden Arzt, mir Magnesium als Infusion intravenös zu verabreichen. Die Dosis war 100 Milligram. Die Wirkung war erneut eine leichtere Verschlechterung der Symptome.

Empfehlung zur Therapie der Ciprofloxacin Nebenwirkungen mit Magnesium

Meine wichtigste laienwissenschaftliche Erkenntnis: Mit Hilfe von Magnesium lässt sich das Ciprofloxacin (oder jedes andere Flourchinolon) aus dem Körper lösen (so wie z.B. Selen Schwermetalle löst). Es ist eine Art Entgiftungsvorgang, der den Körper jedoch belastet und die Nebenwirkungen hervorruft.

Oral kann Magnesium kaum überdosiert werden, da zu viel Magnesium direkt über den Darm abgeführt wird. Bei der transdermalen Einnahme scheint es jedoch eine Überdosierung zu geben, die nachteilig sein kann. Gleiches gilt für die intravenöse Verabreichung.

Ich empfehle den Opfern von Ciprofloxacin Nebenwirkungen:

  1. Dauerhafte Einnahme von Magnesium oral, bei mir war eine Dosierung von 300 mg morgens und abends ideal um Durchfall vorzubeugen. Höhere Dosen bringen nichts, da der Körper nicht mehr Magnesium aufnimmt. Ich nehme ein Magnesium + Kalium Kombipräparat aus dem Supermarkt – das wirkt bislang am besten.
  2. Zusätzlich nehme ich ca. einmal pro Woche Calcium oral ein (1000 mg) als Brausetablette. Ich habe das Gefühl, das unterstützt den gesamten Mineralstoff-Haushalt sehr gut
  3. Bei starken Gelenkschmerzen (Sehnenschmerzen) empfiehlt sich eine Anwendung von transdermalem Magnesium in Form von Magnesiumöl. Die Dosis / Intensität der Anwendung sollte jedoch langsam gesteigert werden und eventuelle andere Nebenwirkungen durch Ciprofloxacin beobachtet werden.
  4. Mit Hilfe der transdermalen oder intravenösen Gabe von Magnesium können die Fluorchinolone anscheinend ähnlich einer Entgiftung aus dem Körper gebracht werden – das Risiko sind jedoch wie bei jeder Entgiftung heftige Begleiterscheinungen. Dies sollte nur unter ärztlicher Aufsicht geschehen – bei mir waren die Panikattacken nach der transdermalen Gabe einer hohen Dosis mitunter die schlimmsten, die ich je hatte.
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64 Gedanken zu „Magnesium

  1. Ganz kurz zu Magnesium: Hier kann man ein sehr informatives eBook downloaden oder eben durch die komplette Webseite betreffs Magnesium gehen. Sehr informativ das Büchlein (wenn auch am Ende etwas Werbung enthalten ist):

    https://www.magnesium-ratgeber.de/

    Für das eBook ganz nach unten scrollen und den letzten Link unten rechts vor dem Impressum anklicken. Allerdings wird die transdermale Einnahme als nutzlos betrachtet, was rein logisch auch Sinn macht. Würde das Ganze auch in ionisierter Form durch die Haut dringen, dann wäre z.B. ein Bad im Toten Meer definitiv letal (sehr hohe Magnesium, Kalium und vor allem NaCL-Konzentration).

    Viel Erfolg allen gefloxten, habe mich der Sache als selbst Betroffener ebenfalls annehmen müssen und bin Alexander dankbar für seine Site und Tipps (sowie das Mutmachen).

    Mich hat es neben den Sehnen übrigens speziell am Herz erwischt (Rhytmusstörungen, Sehnen der Herzklappe, etc.) Ein übles Zeug, welches bei mir Levofloxacin heißt und ohne Not verschrieben wird. Habe auf meinem Blog für Interessierte einen Beitrag dazu geschrieben: „Heute schon gefloxt worden?“

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