Ciprofloxacin und Depressionen

Depressionen: die schwersten Ciprofloxacin Nebenwirkungen

Rund vier Wochen nach Einnahme der letzten Ciprofloxacin Tablette bemerkte ich erstmals eine Antriebslosigkeit, die wirklich extrem war. Ich saß den ganzen Tag einfach nur da. Den Kindern kochte ich wie ferngesteuert Essen, meine Frau war schließlich nicht da, und irgend etwas in mir sagte mir, ich muss das tun. Aber sonst ging nichts.

Diese Form der Depression war so stark, dass ich zum ersten Mal auf den Gedanken kam, dass es sich um eine Nebenwirkung von Ciprofloxacin handeln musste. Ich empfand eine extreme Leere die maximal von Ängsten erfüllt wurde. Das Ciprofloxacin hatte auch vier Wochen nach der Einnahme meine Gefühlssituation fest im Griff, das war die heftigste Nebenwirkung, die ich je von einem Medikament hatte. (Da war mir aber noch nicht klar, dass nur kurze Zeit später auch noch extreme Angstzustände hinzu kommen werden)

Ich kann nicht sagen, wie sich die „Ciprofloxacin-Depression“ ohne meine Familie entwickelt hätte. Inzwischen habe ich von zahlreichen extremeren Fällen gehört, denen wirklich der Lebenswille abhanden gekommen ist. Viele Medikamente haben auch tödliche Nebenwirkungen – bei Ciprofloxacin ist die Dunkelziffer der durch Nebenwirkungen induzierten Selbstmorde wohl extrem hoch.

Hier Informationen der deutschen Ärztekommission aus dem Jahr 2004 dazu, inklusive Fallbeispiel: http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2004/20040528.html

Jeder, der nach der Einnahme von Ciprofloxacin (auch wenn sie schon Wochen oder wenige Monate her ist!) starke depressive Etappen erlebt oder gar spürt, wie ihn der Lebenswille verlässt, sollte sich dringend helfen lassen.

In einem solchen Fall helfen keine Schüßler Salze, Homöopathie oder die Gabe von Magnesium. Es braucht massive therapeutische Eingriffe, um der Depression entgegen zu wirken. Ciprofloxacin wirkt extrem auf das Nervensystem – die daraus entstehende Depression ist therapierbar.

Depressionen sind kein Fall für Selbstmedikation, Hobby-Ärtze oder Esoterik! Wendet Euch dringend an einen Psychologen, Psychiater oder Neurologen, wenn ihr „Todesgedanken“ habt.

8 Gedanken zu „Ciprofloxacin und Depressionen

  1. dazu muss ich sagen, aufpassen, denn psychopharmaka verstärkt leider die symptome und die genesung dauert länger!!!!!!
    Wenn dann darauf achten, das es ein medikament ohne fluorid ist.

  2. Ich besuche nun schon seit Monaten deine Seite und bin sehr dankbar dafür, dass es sie gibt. So oft hat sie mir schon in meiner Hoffnungslosigkeit geholfen…
    Meine Geschichte beginnt weit vor meinem Horrortrip mit ciprofloxacin. In meiner Familie ist bis zu meinem Opa eine Anfälligkeit für Blasen- und Nierenbeckenentzündungen zu finden. Seit 1997, seit meinem 17. Lebensjahr, nehme (bzw. nahm) ich in regelmäßigen Abständen ciprofloxacin gegen Harnwegsinfekte. Bisher hatte ich mit diesem Antibiotika nie (bewusste) Probleme. 2003 bekam ich Panikattacken, die ich durch eine Verhaltenstherapie im Laufe der Zeit halbwegs kontrollieren konnte. 2009, 1 1/2 Jahre nach der Geburt meiner 1. Tochter, wurden die Panikattacken so massiv, dass ich völlig neben mir stand und völlig am Ende war. Zusätzlich schlich sich noch eine Angstdepression ein, so dass ich zu einer Neurologin/Psychiaterin überwiesen wurde. Mir wurde Escitalopram verschrieben, was nach einiger Zeit sehr gut wirkte und mir mein altes Leben zurück gab, das ich seit 2003 nicht mehr hatte. Seither nahm ich täglich 10mg escitalopram. Ich bekam 2012 meine 2. Tochter und alles war perfekt. In dieser ganzen Zeit nahm ich etwa 1-2 mal jährlich ciprofloxacin ein. (In Still- und Schwangerschaftszeiten wurde mir bei einem Harnwegsinfekt ein anderes Antibiotika verschrieben. ) Im April diesen Jahres bekam ich erneut eine Blasenentzündung und nahm, wie üblich, ciprofloxacin ein. Ich sollte 2x 500 über 5 Tage nehmen. Was dann folgte, habe ich bis heute nicht wirklich realisiert… Am 3. Tag bekam ich Herz-Rhythmus Störungen und Muskelverspannungen, bezog es aber nicht auf das Antibiotika. Am 4.Tag fingen die Panikattacken und depressive Verstimmungen an. Noch immer schob ich es nicht auf das Antibiotika. Mein Mann las die Packungsbeilage und drängte mich mit ciprofloxacin aufzuhören. Da meine Nieren aber schon durch die vielen Harnwegsinfekte vernarbt sind, wollte ich unbedingt die Packung zu Ende nehmen, um die Entzündung in den Griff zu kriegen. Ich nahm allerdings nur noch eine Tablette, da die Nebenwirkungen immer massiver wurden. Die ersten 3 Tage, nach Absetzen des Antibiotika, konnte ich mich kaum bewegen. Meine Muskeln versagten völlig. Ich war froh, wenn ich mich bis zur Toilette und zum Bett zurück schleppen konnte. Meine Muskelverspannungen breiteten sich von der Schulter aus über die Oberarme und wanderten in den nächsten Tagen in die Hände. Meine Füße, besonders die Sprunggelenke, schmerzten am Abend extrem, so dass an Schlaf kaum zu denken war. Mir war wahnsinnig schwindlig und ich hatte migräneartige Kopfschmerzen. Als ich am 4. Tag wieder laufen konnte, schleppte ich mich zu meiner Hausärztin, die mir sagte, dass sie sie so etwas noch nie erlebt habe. Sie sprach von Vergiftungserscheinungen und verschrieb mir ein hochdosiertes Vitamin B Komplex.Ich durfte keine Schmerzmittel nehmen, da mein Körper wohl so schon genug mit dem Abbau von dem Antibiotika zu kämpfen hätte. Eine Woche später ging ich zu meiner Neurologin, weil die Panikattacken unerträglich wurden und ich kaum noch wusste, wie ich durch den Tag kommen soll. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und mein Gedächtnis war völlig unbrauchbar. Als sie hörte, welches Antibiotika ich eingenommen hatte, war sie total schockiert und sagte, dass es nie hätte mit escitalopram kombiniert werden durfte. Kontraindiziert! Ich war schockiert, wo doch meine Hausärztin genau wusste, welches Medikament ich seit Jahren nahm. Meine Neurologin verdoppelte die Dosis vom escitalopram und nach etwa 3 Wochen ging es mir psychisch besser. Nach und nach wurden die Schmerzen, der Schwindel und die Muskelschwäche besser. Einen Monat nach Absetzten vom cipro dachte ich, dass ich alles überstanden hätte. Aber seither habe ich immer wieder wellenartige Schübe von Nebenwirkungen. Mir geht es immer eine Woche ganz gut und die Woche drauf möchte ich manchmal sterben. Die Schmerzen in den Händen sind manchmal so stark, dass ich kaum Autofahren kann, die Konzentrationsschwäche ist an den schlechten Tagen so extrem, dass es mir Probleme bereitet zu planen, wann ich am nächsten Tag aufstehen muss, die Kinder wecken muss. Ich vergesse so gut wie alles, selbst wenn ich mir Notizzettel bereitlege, ignoriere ich diese und kann mich kaum auf den alltäglichen Ablauf konzentrieren. Aber am schlimmsten ist die Panik und die Depression. Ich merke zwar in . deutlich schlechten Phasen, dass dass mich das escitalopram am Leben hält und mich irgendwie den Alltag meistern lässt, aber spüre keine konstante Besserung, wie es 2003 der Fall war. In guten Phasen bin ich immer erstaunt, wie verhältnismäßig gut es mir doch gehen kann und jedesmal denke ich, dass es nun wirklich aufwärts geht. Aber die letzten 3 1/2 Monate haben mir gezeigt, dass auch dies nur Phasen sind. Seit 2 Tagen gehe ich wieder halbwegs positiv an die Sache heran, aber ich weiß, die nächste Welle kommt und ich hoffe so sehr, dass es nicht mehr allzu viele Wellen zu überstehen gibt. Es zerrt unwahrscheinlich an den Nerven, an den Kräften und an der Hoffnung, dass irgendwann wieder alles gut wird. Ich möchte für meine Kinder da sein können, jederzeit und nicht wie eine psychische und physische Zeitbombe durch die Gegend laufen 😦
    PS. Interessant wäre noch die Frage: Wodurch wurden denn ursprünglich meine Panikattacken ausgelöst? Nach meinen jetzigen Erfahrungen würde es mich nicht wundern, wenn auch dafür Cipro verantwortlich ist….
    PPS. Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast deine Erfahrungen ins Netz zu stellen. Es war meine erste und ist immer noch die hilfreichste Anlaufstelle seit dem Tag X im April 2015….

    • Hallo,
      erschütternd was dieses Teufelszeug anrichten kann, mir hilft diese Seite auch sehr, das Wissen, dass man nicht alleine ist. Nach all dem, was ich nun so weiß, kann es gut sein, dass cipro von Anfang an dein Problem war. Ich bin eigentlich auf der Seite „deine Geschichte“ unterwegs und habe deinen Beitrag nur durch Zufall gefunden.
      Wünsche dir gute Besserung
      Marena

    • Schockierend… Danke für diesen Bericht. Ich mache gerade ähnliche Erfahrungen durch und bin nun doch etwas „beruhigt“, dass die Nebenwirkungen sich so ähneln, da ich teilweise schon an mir zweifelte.
      Ich musste nach einer Borreliose einiges an AB nehmen und führte die „Schübe“ auf die Bakterien zurück; bin nun aber angesichts der fast identischen Symptomberfahrungen überzeugt, dass es sich zumindest zu einem Großteil um AB-Nebenwirkungen handelt.
      Bei mir war jetzt neben „Verstimmungen“ auch extremer Gedankenflug und Impulsgefühle (nicht definierbare Aggression ohne sichtbaren/realen Grund) so furchtbar belastend. Hoffe, dass es bald keine solchen Schübe mehr gibt… Wünsche Dir/Euch das ebenso.
      lg
      FC

    • Ich kann verstehen, was du durchmachst. Auch ich war bei meinem Neurologen und erklärte ihm nach monatelanger Behandlung, was ich überhaupt für ein AB genommen hatte, das stand bis zu dem Tage nicht zur Debatte. Erst als ich von dieser Seite erfuhr und dem Neurologen das sagte, erwiderte er nur, dass „jeder Neurologe“ diese Nebenwirkungen kennt und auch weiß, dass Patienten zu Suizidhandlungen neigen und sogar schon durchgeführt haben. Die Neurologen also wissen bestens Bescheid und verschreiben es nicht. Vielleicht sollten sie besser nachhaken, wenn Patienten sagen, sie hätten ein AB in der Vergangeheit genommen und dann kommen sie mit Panikattacken und Angstzuständen oder tiefen Depressionen in die Praxis. Aber warum wissen es gerade die Ärzte nicht bzw. bestreiten, dass sie von den Nebenwirkungen je gehört hätten, die es regelmäßig verschreiben. Als ich letzte Woche zu einer Schilddrüsenuntersuchung ging in eine Nuklearpraxis und der behandelnden Ärztin von meiner Therorie erzählte, sagte, sie „ach, hören sie auf, das habe ich ja noch nie gehört und seit Jahren nehme ich das Zeug selber – es hilft bei meiner Blasenentzündung immer“! Interessanterweise sagte sie am Ende der Behandlungszeit, dass sie das doch jetzt auch mal googln wollte. Ich bin echt geschockt über einige unserer Ärrzte – so wenig Weitsicht.
      Meine neurologischen Ausfälle sind mit Sicherheit auch durch das Ciprofloxin entstanden, weil auch ich es jahrelang – im Vertrauen – genommen hatte. Selbst wenn mein Neurologe, der ja über die Nebenwirkungen Bescheid weiß sagt, dass es schon längst aus meinem Körper raussein müsste nach acht Monaten. Im Gewebe hängt es halt fest, zumal es jahrelang immer Nachschub gab. Weiß das einer von Euch, dass Cipro als 100er Ausgabe gerade Frauen als Einmalgabe vor oder nach Geschlechtsverkehr empfohlen wird???? Insofern kann jeder sich mal überlegen, was das bedeutet. Jeder kann sich überlegen, wieviel Sex normal ist und wieviel Cipro sich eine Frau so alles reinzieht, neben Hormonen usw. Das da ein Körper krank wird ist in der Nachbetrachtung völlig klar, oder???
      Wie bescheuert war ich denn überhaupt bisher – ich könnte heulen über meine eigene Handlungsweise…

  3. Hallo meine lieben. Auch ich hatte nach cipro sehr starke Depressionen und Panikattacken. Ich schleppte mich ein halbes Jahr so rum und dann kam der 1.5.14
    An diesem Tag wollte ich meinem leben ein Ende setzten.
    Ich kam in die Psychiatrie. Ich nahm schon SSRI welche aber überhaupt nicht halfen. In der Klinik bekam ich dann Quentiapin 300 mg retard und es ging täglich aufwärts. Endlich war mein altes leben wieder zurück. Dieses Medikament hat mir das leben gerettet.

  4. Wenn ich das hier lese, werde ich nachdenklich. Wegen einer chronischen Ohrentzündung bekam ich Ciloxan Ohrentropfen. Die Vermutung der HNO-Ärztin war, dass das wohl nichts bringen wird. Aber man könne es ja mal probieren. Gebracht hat es wirklich nichts. Ich hab die Tropfen 9 Tage genommen. Gegen Ende der Anwendung stellten sich Symptome einer Depression ein, die sich seither verstärkt haben: Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Hitzewallungen, schneller Puls, Gewichtsabnahme, Angst, Weinerlichkeit. Nun dürfte es bei der äußerlichen Anwendung laut Beipackzettel doch eigentlich nicht dazu kommen. Außerdem ist die Menge des Wirkstoffs hier ja sehr gering im Vergleich zu Tabletten. Irritiert hat mich nur eine bei den Ohrentropfen aufgeführte Nebenwirkung: „Weinen“. Was soll das denn heißen? Vor vielen Jahren hatte ich schon mal eine Depression. Sollte diese nun zufällig gerade zurück sein, als ich Ciloxan einnahm? Oder ist das Zeug so ätzend, dass selbst kleinste Dosen, die über Wunden aufgenommen werden, zu solchen Nebenwirkungen führen? Das fürchte ich, wird mir wohl niemand beantworten können.

    • Hallo Thomas,

      ich habe Ciloxan mehrmals benutzt. Ich hatte immer wieder eine Entzündung am Ohr.Dann kam der Große Hammer Ende Dezember . Begonnen hat es mit Darmbrennen und ging mit allen Symtomen die man sich nicht vorstellen kann. Ob es nicht reichen würde wegen viel wasserlassen am Anfang des Ausbruchs verschrieb mir mein Uruloge Norfloxacin.

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