Nach 14 Monaten: der Spuk ist fast vorbei

Ich habe die Ciprofloxacin Nebenwirkungen für beendet erklärt

Ich hatte in den letzten 14 Monaten viele dunkle Tage und auch immer wieder Episoden, in denen es mir gut ging. Es hat alleine fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich die Sache mit den Schüben, Rückfällen und Verbesserungen verstanden hatte.

Ich hatte z.B. im fünften Monat der Ciprofloxacin Nebenwirkungen eine gute Zeit und nahm damals bereits an, die Sache überstanden zu haben. Der Schock während des Rückfalls war hart. Daher habe ich mir angewöhnt, mit Prognosen und Aussagen zu  Heilungs-Zeiträumen vorsichtig zu sein.

Im Verlauf des letzten Jahres traten alle Symptome immer wieder auf, ich konnte jedoch recht deutlich die Wellen beobachten, in denen sie kamen und gingen. Während eines Schubs traten meist mehrere Symptome in einer zeitlichen Abfolge auf. Ich konnte z.B. immer zu Beginn die typischen Sehnenschmerzen an meiner rechten Achillessehne beobachten. Einige Tage später kamen die typischen nervlichen Nebenwirkungen hinzu: Unruhe, Ängstlichkeit, manchmal Herzrasen. Typisch waren auch begleitende Ohrgeräusche, eine Art „Wummern“ als würde im Mittelohr ein Muskel zucken.

Alle diese Symptome verschwanden für ein paar Tage und kamen wieder zurück. Beim nächsten Mal dauerte die Pause ein paar Tage länger und die Symptome wurden schwächer. Bis die Pausen mehrere Wochen dauerten.

Eine Pause von mehreren Wochen bedeutet nicht zwangsläufig das Ende der Ciprofloxacin Nebenwirkungen

Das wichtigste, das ich gelernt habe: Auch nach einer Pause von mehreren Wochen kann ein neuer Schub zurück kommen und das ganze Spiel beginnt von Vorne. Das war irgendwann nicht besonders ungewöhnlich mehr für mich. Ich erkannte die Ciprofloxacin Nebenwirkungen schließlich inzwischen sehr zielsicher an besagten Sehnenschmerzen und Ohrgeräuschen.

Wie kann ich also inzwischen sicher sein, dass es beendet ist?

Ich habe aus der Erfahrung gelernt, dass die Symptome der Ciprofloxacin Nebenwirkungen mit jedem Schub tendenziell schwächer werden. Dies war in den ersten Monaten nicht so – da haben sich die Symptome noch verstärkt und „aufgebaut“.

Etwa ab dem achten Monat wurden die Schübe jedoch immer schwächer und dauerten auch weniger lang. Ich erkannte das Muster darin.

Inzwischen habe ich die Ciprofloxacin Nebenwirkungen für beendet erklärt

Warum? Weil die Schübe immer schwächer wurden. An manchen Tagen verspüre ich noch den leichten Schmerz in der Achillessehne. Und manchmal kommt auch das Ohrgeräusch wieder. Aber ich sage mir: Es wird immer weniger. Und die Symptome sind inzwischen so schwach, dass ich darunter nicht mehr leide. An manchen Tagen hat man auch Kopfschmerzen und macht sich schließlich kaum sorgen, dass diese nie wieder vorbei gehen könnten.

Irgendwann muss man auch eine Sache mental abhaken. Daher habe ich die Sache einfach für beendet erklärt. Auch, um einen festen Punkt zu haben, an dem es vorbei ist.

Ich möchte jedem empfehlen: Glaubt nie voreilig, es sei vorbei. Aber wenn die Schübe schwächer und schwächer werden, ist es irgendwann einfach vorbei. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass es nicht besser werden würde. Bis auf wenige exotische Fälle kenne ich bislang nur Fälle von Menschen, bei denen es nach drei bis 18 Monaten irgendwann vorbei war.

Die Angst, dass diese schrecklichen Nebenwirkungen nie vorbei gehen könnten, war für mich immer das Schlimmste. Inzwischen weiß ist, dass diese Angst selbst Teil der Nebenwirkungen von Ciprofloxacin ist.  Die Ungewissheit ist ein Resultat des ungewöhnlichen nicht linearen Verlaufs der Symptome. Die ständig wieder kehrenden Schübe nach Zeiten von mehrwöchigen Pausen nagen am Durchhaltevermögen.

Das alles ist jedoch kein Grund zu glauben, es gäbe kein Ende. Irgendwann ist der Spuk vorbei. Oder eben so geringfügig, dass man es für beendet erklären kann.

Mein persönliches Fazit

Meine Therapieansätze haben mich inzwischen zu einem mental stärkeren Menschen gemacht, meine Ängstlichkeit ist deutlich besser geworden. Inzwischen kann ich der Sache (die nun mal passiert ist, das lässt sich ja nicht ändern) sogar etwas positives abgewinnen. Ich habe gelernt, dass ich auch beinahe ohne ärztliche Hilfe durch eigene Recherche eine wirklich ernste gesundheitliche Situation meistern kann.

Ich habe gelernt, welche Ärzte hilfreich sind – und welche nicht. Ich habe gelernt, meinem Körper weniger Medikamente zu zusetzen. Im Laufe des letzten Jahres habe ich maximal zwei Schmerztabletten genommen, weil es wirklich nicht mehr ging. Zwei Ärzte wollten mir wegen einer Entzündung im Kehlkopf ein Antibiotikum geben – dies habe ich nicht eingenommen. Allerdings habe ich mir immer eine zweite Meinung von einem anderen Arzt eingeholt.

Gerade vor wenigen Tagen habe ich trotz großer Bedenken ein Antibiotikum wegen einer akuten bakteriellen Bronchitis genommen. Anders als früher, habe ich mich jedoch abgesichert, dass der Infekt wirklich bakteriell ist und dass das verordnete Antibiotikum ein guter Kompromiss aus möglichen Risiken und Wirkung ist.

Ich weiß, dass Antibiotika jeden Tag tausende Menschenleben retten und dass auch ich bei einer ernsten bakteriellen Infektion eines brauche. Ich werde jedoch nie wieder Fluorchinolone wie Ciprofloxacin einnehmen. Ich verteufle nicht die Pharmaindustrie – ich denke, selbst Ciprofloxacin hat als Reserve-Antibiotikum eine Daseinsberechtigung.

Ich verteufle jedoch den Tag, an dem ich mir ohne bakteriellen Befund von einem Arzt Ciprofloxacin habe andrehen lassen. Inzwischen recherchiere ich mehr, bevor ich etwas wirklich nehme. Ich vertraue den Ärzten nicht mehr blind. Ich habe realisiert, dass Ärzte ständig kosten-nutzen-basierte Entscheidungen treffen müssen – die nicht immer optimal für den Patienten sind.

Ich als Patient kann aber mit entscheiden, was gut für mich ist – und was nicht.

Ich wünsche allen Opfern von Ciprofloxacin Nebenwirkungen gute Besserung und hoffe, diese Seite hilft gegen die Ungewissheit…

4 Gedanken zu „Nach 14 Monaten: der Spuk ist fast vorbei

  1. hallo alexander,
    auch ich habe einiges an positiven erfahrungen mit meinem floxzeit gemacht.
    Genau wie du oben geschrieben hast. Inzwischen ist es bei mir ein jahr, als ich das antibiotika genommen habe.

    Ein sehr weiser satz von dir, den ich genauso empfinde.
    Ich habe gelernt, dass ich auch beinahe ohne ärztliche Hilfe durch eigene Recherche eine wirklich ernste gesundheitliche Situation meistern kann.

    Ich bin eigenverantwortlicher meinem körper gegenüber geworden. Zumal ich genauso wie du, ohne beweis für bakterien cipro erhalten habe. Ich hatte stand vor einer gallenop und die leukos waren auf 13,8. Aus dem grunde sollte ich antibiotika nehmen. Das schlimme ist für mich, das ich meine aufgabe auch darin sehe, menschen ein wenig vor antibiotka zu warnen. Denn es ist definitv auch so, das es viele schäden und auch die guten bakterien im körper zerstört. Daher ist es ganz wichtig, diese bakterien wieder aufzubauen. Es ist auch bekannt, das antibiotika die biochemie des körpers durch einander bringt. Ein beispiel: eine bekannte nahme wegen erkältung, husten und bisschen röcheln, antibiotika. Aber es ist bekannt das das meißtens viren sind und antibiotika tötet nur bakterien. Leider vertrauen sie ihrem arzt mehr, also gebe ich auf und konzentriere mich weiterhin auf mich. In dem buch bittere pillen habe ich gelesen, das menschen die cipro nehmen, jeden tag vom arzt untersucht werden sollten. Musste bei dem bericht leicht schmunzeln.

    Meine symptome sind noch nicht alle verschwunden. Aber ich dankbar wie es mir heute geht. Ein jahr lang dachte ich, ich muss sterben und lebte in einer anderen welt. Ich denke wer das nicht mitgemacht hat, kann es auch nicht nur ein bruchteil nachvollziehen.

    Seither beschäftige ich mit selbstheilungskräfte des körpers und habe mir ein buch geholt, heilen ohne pillen und entgiften statts vergiften. Darunter sämtliche naturheilbücher. Ich nutze die vielfallt der natur. Jetzt ist bärlauchzeit, ein wunder der natur und gesund dazu. Löwenzahn als salat, sehr gesund. Kamille und salbei, getrocknet immer gut für erkältung.

    Dieser leidensweg mit antibiotika hat mir einen neuen weg geebnet. Ich könnte fast sagen, ich bin dankbar dafür. Pharmaindustrien und ärzten gegenüber bin ich sehr misstrauisch geworden. Denn es ist tatsächlich so, das es viel um geld geht.
    Das gleiche ist bei impfschäden, kein arzt bestätigt, das es impfschäden gibt. Ich habe über recherchen soviel an erkenntnis gewonnen, das ich mir sicher bin, das ms fibromyalgie und als eigentlich ein borreliose ist. Aber die pharmaindustrie verdient mehr geld mit diesen diagnosen. Komischerweise kenne ich menschen, die nach der fsme impfung auf einmal ms hatten. Aber das ist ein anderes kapitel. Es werden krankheiten erfunden um am besten gewinn zu machen.

    Ganz wichtige erkenntnis. Der arzt bekämpft oftmals nur die symptome, sucht aber leidern nicht nach den ursachen. Beispiel: Man hat eisenmangel, der arzt verschreibt eisenpräparate. Anstatt das er nach den vitaminen b schaut, die für eisen wichtig sind. Zweites beispiel: man hat depressionen, arzt schickt einem zum psychologen, der verschreibt antidepressiva. Keine arzt macht einen bluttest, wegen vitamin d mangel, den der mangel an dem vitamin kann depressionen auslösen.

    Ich habe gelernt eigenverantwortlicher gegenüber meinem körper zu handeln.

    Lieber alexander, ich freue mich, das es dir um einiges besser geht, oder sagen wir, das du geheilt bist. Ich denke, das es dir genauso ging und du vor monaten noch dachtest, das wird nie wieder gut. Und ich danke dir, für so eine tolle webseite und dein bemühen anderen menschen mit tips zur seite zu stehen. .

  2. Ich bin auch CiprofloxacinOpfer. Frage mich immer wieder, ob es auch Ärzt gibt, die solche Nebenwirkungen haben? Kennt jemand einen? In den Blog habe ich noch keinen gefunden.
    Der könnte bestimmt Ratschläge geben.

  3. Ich bin überaus froh diesen Artikel gefunden zu haben! Denn ich selber dachte schon, dass ich allmählich spinnen würde!
    Vor genau vier Wochen nahm ich für 5 Tage 500 mg/d Ciprofloxacin ein aufgrund eines Harnwegsinfekt. Mein Hausarzt meinte selber, dass er mir gerne direkt Ciprofloxacin geben wolle, da die Nebenwirkungen doch sehr gering sein sollten. Ich selber bin Medizinstudent und wusste, dass Cephalosporine Breitspektrumantibiotika sind. Dachte mir deshalb: super, 6 Tage und alles vorbei. Doch so war es nicht.
    Nach den 6 Tagen nahm ich sofort ein Probiotikum ein, da es häufig zu Darmirritationen kommen kann. Es entwickelten sich auch bei mir Bauchkrämpfe in den kommenden Tagen, dazu Übelkeit. Ich begann mich von MCP Tabletten zu „ernähren“. Eines Nachts wachte ich dann aber Schweiß gebadet auf, mir war kotz übel, die Luft zum Atmen blieb mir weh, meine Beine zitterten, ich begann zu weinen und hatte Todesangst. Aus Verzweiflung rief ich meine Mutter an (Ärztin) die mich soweit beruhigte. Am nächsten Tag beschloss ich in meine Heimatstadt zu fahren. Ich musste schließlich lernen für eine anstehende Prüfung und wollte einfach meine Ruhe haben und mich „gesund schlafen“.
    Doch es wurde nicht besser:
    Es entwickelte sich bei mir eine persistierende Übelkeit, mir wurde schlecht beim Anblick vom Essen, ich nahm in drei Wochen vier Kilo ab, meine Muskel an den Oberschenkel begannen zu drücken zu schmerzen, ich schloss dies darauf, dass ich schon seit vier Wochen nun nicht mehr zu Sport ging (normalerweise gehe ich zweimal die Woche zwei Stunden und mache viel Kraftausdauertraining).
    Mir war oft schwindelig und tagsüber war ich so unfassbar, einfach müde. Ich ging viel spazieren mit den Hunden, was mir normaler weise oft hilft, wenn ich krank bin.
    Über die Woche entwickelte sich bei mir die Angst vorm allein sein. Der Gedanke, in die Stadt zurück zukehren, in der ich studierte, löste bei mir ein Engegefühl in der Brust aus und ich vergaß zu atmen. Ich redete mir ein, dass es alles eine Kopfsache sei und redete mir gut zu.
    Vor zwei Tagen nun lag ich nachts im Bett -das Licht hatte ich schon um 22 Uhr ausgemacht- und hatte Probleme beim einschlafen. Die Uhr zeigte 23:40, 00:36, und auf einmal überrannte mich eine tiefe Panik. Meine Brust schnürrte sich zu, ich schnappte nach Luft, mir wurde heiß, kalt, heiß, kalt, meine Finger, Hände, Arme waren taub, ich begann zu schwitzen, mir wurde beim liegen schwindelig und mein Mund war trocken, das schlucken viel mir schwer. Da merkte ich: du hast ne Panikattacke. Das vor zwei Wochen war auch ne Panikattacke. Ich begann zu weinen, weil ich dachte, dass ich nun letztendlich verrückt geworden sei. Ein Fall für die Klapse.
    Heute war ich bei meinem Hausarzt aus meiner Heimatstadt. Er nahm meine Beschwerden sehr ernst, hat mich bis zum Ende des Jahres krankgeschrieben in der Uni -ich bin ,gestehe ich, ehrgeizzerfressen und bin bis jetzt noch nie vor meinen Verpflichtungen weggelaufen, egal wie krank ich war- doch mein Körper streikt und meine Seele. Ich erkenne mich nicht wieder.

    Dass ich auf diesen Artikel stieß, gibt mir nun ein wenig Hoffnung. Ich fühle mich nicht alleine und komme mir nicht mehr allzu verrückt vor.
    Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren könnte, da ich mir selber sage: „was häufig ist, ist häufig, was selten ist, ist selten.“ Nur kann man anscheinend auch recht schnell einer der „Seltenen“ sein.

    • NV, wie geht es dir heute? Was hast du gegen die Übelkeit unternommen? Ich werde langsam wahnsinnig und möchte wieder normal essen können. Bin für Tipp sehr dankbar. Bei mir dauert dieser Zustand seit Anfang Januar an. Meine Lebensqualität ist so im Arsch!

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